Schleusensanierung
Der historischen Schleusen am Finowkanal
Die Schleusensanierung am Finowkanal gehört zu den bedeutendsten Infrastrukturprojekten der letzten Jahrzehnte. Bund, Land und Kommunen arbeiten gemeinsam an der Sanierung von insgesamt 12 historischen Schleusen, um die Schiffbarkeit des Kanals für die kommenden 80 bis 100 Jahre sicherzustellen.
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Die Bauarbeiten erfolgen in mehreren Paketen: Seit Anfang 2023 werden die sechs westlichen Schleusen von Ruhlsdorf bis Wolfswinkel schrittweise modernisiert. Die Fertigstellung des ersten Pakets ist für 2027 geplant, wobei die ersten Schleusen bereits ab der Saison 2026 schrittweise in den Probebetrieb gehen sollen. Parallel laufen die vorbereitenden Arbeiten für die östlichen Schleusen zwischen Eberswalde und Niederfinow.
Damit bleibt der Finowkanal nicht nur ein spannendes technisches Denkmal, sondern auch langfristig ein erlebbarer Wasserweg für Besucher und Bootstouristen.
Einschränkungen für den Bootsverkehr
In der Saison 2026 erfolgt eine schrittweise Wiedereröffnung der Schleusen von Ruhlsdorf bis Heegermühle. Die Einfahrt aus östlicher Richtung (Schiffshebewerke) erfolgt über die Schleuse Liepe. Von hier aus kann der Finowkanal bis zur Schleuse Drahthammer (Familiengarten Eberswalde) befahren werden.
Für weitere Auskünfte erreichen Sie das Schleusenmanagement telefonisch unter +49 151 724 388 71. Oder Sie senden uns eine E-Mail.
Gesperrte Schleusen:
Ruhlsdorf, Leesenbrück, Grafenbrück, Schöpfurt, Heegermühle, Wolfswinkel
Bedienung auf Anforderung:
Kupferhammer, Drahthammer
( 24h vorher unter: +49 151 724 388 71)
Geöffnete Schleusen:
Stadtschleuse, Ragöse, Stecher, Liepe
Saisonbeginn 18.04.2026
Mit vereinten Kräften
Historisches Infrastrukturprojekt
Nach langen Verhandlungen zwischen dem Bund, dem Landkreis Barnim und den Anrainerkommunen und intensiven Vorarbeiten erfolgte am 17.02.2023 der feierliche Spatenstich für die Grundinstandsetzung der 12 historischen Schleusen des Finowkanals. Dieses bedeutende Infrastrukturprojekt stellt die dauerhafte Schiffbarkeit des Finowkanals als einstige Lebensader der industriellen Entwicklung in der Region sicher und ist bisher einmalig in Deutschland. Zukünftig wird die Wasserstraße vor allem der Freizeitschifffahrt dienen und ist ein wichtiger Baustein für die touristische Entwicklung der Region. Der Zweckverband Region Finowkanal führt die Grundinstandsetzung zunächst an den ersten sechs der zwölf historischen Schleusen des Finowkanals durch. Der Startschuss erfolgte mit dem Baubeginn an den drei Schleusen in Ruhlsdorf, Leesenbrück, Grafenbrück sowie der Erweiterung der Leitzentrale in Zerpenschleuse für die Fernüberwachung der Schleusen und wird in den kommenden Jahren sukzessive fortgeführt.
Finowkanal
Häufige Fragen zur Schleusensanierung
Wann beginnen die Bauarbeiten an den Schleusen?
Seit Sommer 2025 befinden sich die sechs westlichen Schleusen des ertsen Schleusenpakets im Bau. Die ersten Schleusen sollen im Jahr 2026 wiedereröffnet werden. Für das zweite Schleusenpaket (die 6 östlichen Schleusen) plant der ZRF in Abhängigkeit der Voruntersuchungen und Finanzierung den Baubeginn für 2028/2029.
Werden alle Schleusen gleichzeitig gebaut?
Nein. Die Baumaßnahmen für die Schleusen des Finowkanals werden in Ausführungspakete unterteilt. Die ersten drei Schleusen (Ruhlsdorf, Leesenbrück, Grafenbrück) werden seit 2023 parallel gebaut. In 2024/2025 war der Baubeginn an den nachfolgenden drei Schleusen (Schöpfurt, Heegermühle, Wolfswinkel). Das zweite Schleusenpaket (Drahthammer, Kupferhammer, Stadtschleuse, Ragöse, Stecher, Liepe) folgt voraussichtlich ab 2027.
Welche Beeinträchtigungen entstehen für PKW-Fahrer, Fußgänger und Radfahrer während der Bauzeit?
Wir haben uns bemüht, die Einschränkungen für die Anwohner und Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten. Während der Baumaßnahmen kommt es dennoch an einigen Stellen zu Verkehrsbeeinträchtigungen. Von Einschränkungen des PKW-, des Fußgänger- und Radverkehrs sind während der Bauzeit alle drei Schleusen betroffen
Schleuse Ruhlsdorf
Einschränkungen auf der L71 für PKW-Fahrer und temporäre Umleitungen des Radweges auf die L71.
Schleuse Leesenbrück
Die vorhandene Querung über das Schleusengelände ist für Fußgänger und Radfahrer während der Bauzeit nicht nutzbar. Der Fuß- und Radweg „Treidelweg“ südlich der Schleuse ist in dem Baubereich gesperrt und wird über die Ortschaft Marienwerder umgeleitet.
Schleuse Grafenbrück
Die Straßenbrücke mit der Überführung der Straße „Grafenbrücker Weg“ ist während der Bauzeit für PKW sowie Fußgänger- und Radfahrer gesperrt. Die Umleitung erfolgt über die Krugbrücke in Marienwerder.
Schleuse Heegermühle
Der Fuß- und Radweg „Treidelweg“ nördlich der Schleuse wird gesperrt. Eine die Umleitung erfolg nördlich der Kleingartenanlage und ist ausgeschildert. An den Wochenenden und außerhalb der Arbeitszeiten (Zwischen 19 Uhr und 7 Uhr) kann der Treidelweg befahren werden. Die Straße ‚Am Finowkanal‘ wird gesperrt und ist nur für Anlieger frei.
Welche weiteren Beeinträchtigungen sind für die Anlieger an den Schleusen während der Bauzeit zu erwarten und welche Schutzmaßnahmen werden ergriffen?
Während der Bauzeit werden erschütterungsintensive und lärmintensive Arbeiten durchgeführt, von denen die Anlieger an den einzelnen Schleusenstandorten betroffen sein können. Diese Arbeiten werden mit einem Lärm- und Erschütterungsmonitoring dokumentiert und überwacht. Betroffene Anwohner werden durch unseren Immissionsschutzbeauftragten im Voraus informiert und beraten.
So wollen wir sicherstellen, dass während der Baudurchführung die vermeidbaren Beeinträchtigungen verhindert und die unvermeidbaren auf ein Mindestmaß beschränkt werden.
Ist der Finowkanal während der Baumaßnahmen komplett gesperrt?
Nein, der Finowkanal ist nicht komplett gesperrt. Die Schleusen, an denen jeweils gebaut wird, sind für rund 2 Jahre gesperrt. Eine Durchfahrung des gesamten Kanals mit Motorbooten ist somit nicht möglich. Die Befahrung bis zu den gesperrten Schleusen ist jedoch möglich. Mit muskelbetriebenen Booten kann bis an den jeweiligen Sperrbereich der Baustellen gefahren werden. Das heißt auch, dass Fahrten zwischen den gesperrten Bereichen sind möglich. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ist das Umtragen von Kanus etc. an den Baustellenbereichen leider nicht möglich.
Wie werden die Schleusen nach den Bauarbeiten aussehen?
Die neuen Schleusen werden den heutzutage geltenden technischen Anforderungen an Wasserbauwerke entsprechen und sind mit einer Lebensdauer von mindestens 80 Jahren konzipiert. Unser Ziel ist es, verkehrstechnisch sichere Schleusenanlagen zu bauen, die aber auch die historische Gestaltung der Vorgängerbauten aufnehmen. Wie Sie der Abbildung entnehmen können, werden die Schleusen in den ursprünglichen Abmessungen errichtet und nach dem historischen Vorbild gestaltet. Historische Bauelemente werden, soweit möglich, in die neuen Schleusenanlagen integriert. Eine wesentliche Modernisierung des Betriebs ist die zukünftige Nutzung der neuen Schleusen durch die selbst bedienbare Steuerung (Automatisierung). Daneben ist optional auch ein händischer Betrieb nach dem historischen Vorbild mit mechanischen Antrieben möglich.